Schulwanderwettbewerb

Vielfalt in Art und Weise

(Ein Wanderwettbewerb der kurzerhand eine Spendenwanderung, zu Gunsten der Erdbebenopfer in Nepal, wurde)

„Wer Spuren im Sand hinterlassen will, muß aufstehen und gehen.“

Peter Sereinigg (*1955), österreichischer Unternehmensberater und Lehrender an Hochschulen
(Quelle: Aphorismen.de)

Wir, die OGS Gruppe „Orange“ der Ringschule Frechen, nahmen an dem diesjährigen Wanderwettbewerb des Deutschen Wanderverbandes teil und hatten schnell unser Wanderziel gefunden. Die Entscheidung fiel auf die ortsansässigen Quarzwerke.

Mit dem gut 100 Hektar großen renaturierten Tagebaugelände zeichnet sich das Unternehmen durch beispielhaften Einsatz zum Erhalt der Artenvielfalt aus und gibt somit ein deutliches Signal für kommende Generationen in Sachen Wertschätzung unseres Lebensraumes. Alte und junge Wälder, Wiesen und Wegränder, Tümpel und Pfützen, Sandwüsten und Trockenhänge bieten hier zahlreichen Pflanzen und Tieren eine Heimat und uns eine tolle Möglichkeit die Vielfalt zu entdecken. Frau Franzheim (Quarzwerke) erteilte uns die freundliche Genehmigung in dem Artenschutzgebiet zu wandern. Auf einem gruppeneigenen Wissensplakat, sammelten wir vorab Informationen rund um die Natur und den Naturschutz.

Frau Cremer-Lober (Leiterin des Frechener Lehrbiotopes), brachte bei ihrem Besuch in unsere OGS sogar eine Wechselkröte und eine Kreuzkröte mit und stellte sich den interessierten Fragen der Kinder.

Am 01.06.2015 starteten wir dann mit unserer Wanderung. Vor uns lag die Grube mit einer Länge von 1200 Metern und 60 Metern Tiefe.

Eine Becherlupe schaffte die Möglichkeit nicht nur auf den Sand und die großen Bagger zu achten, sondern auch ein besonderes Augenmerk auf die kleinen Bewohner der Umwelt zu richten. Vorbei an Schilf und Tümpeln wo Kröten ihren Laich ablegten, entdeckten wir am Ufer eines kleinen Sees viele kleine und große Tiere. Fischreiher kreuzten unseren Weg, Libellen schwirrten umher und Wasserfrösche begrüßten uns mit einem lautstarken Quaken. Unzählige Vogelstimmen waren zu hören und machten den Ausflug zu einem wahren Vergnügen mit hohem Entspannungsfaktor. Den Flussregenpfeifer, einen ziemlich seltenen Wasservogel, entdeckten wir etwas abseits mit unserem Fernglas.

Und dann war da noch die Fledermaushöhle. Hier sollen im Winter die Fledermäuse ihren 6- monatigen Winterschlaf halten können. Als Frau Franzheim die große Eisentür zur Höhle öffnete, durften die Kinder mit Gummistiefel sogar hineingehen.

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Nun erlebten wir auf der einen Seite Pflanzen und Tiere in Vielfalt und auf der anderen Seite die Sandabbaugrube. Spannend der Gedanke, dass hier einmal Meer gewesen sein soll. Die unvorstellbare Fläche Sand faszinierte die Kinder so sehr, dass sie es sich nicht verkneifen konnten, einmal „einzutauchen“. Auf dem zweiten Blick entdeckten sie, dass sich im Laufe der Zeit hier mehrere Schichten Sand abgesetzt haben. Ganz besonders auffällig war die unterschiedliche Färbung. In durchsichtigen, verschraubbaren Plastikfläschchen, schichteten sie unterschiedliche Sandproben. Dabei entstanden schöne Muster. Frau Franzheim erklärte ihnen, dass unter anderem die Art des Gesteins oder Minerals entscheidend sei, welche Farbe der Sand hat. Rot deutet zum Beispiel auf einen hohen Eisengehalt hin.

Die Kinder hatten gar nicht gemerkt, dass sie nun schon die Hälfte der Strecke hinter sich gelassen hatten und sich auf 60 Meter Tiefe befanden. Auf dem Rückweg kämpften sie sich wieder aus der Grube auf 120 Meter Höhe empor und waren stolz, den sogenannten „Todeshügel“ geschafft zu haben. Image000074

Stolz auch, weil die Wanderung zugleich ein Spendenlauf war, zu Gunsten der Erdbebenopfer in Nepal.

Wir danken herzlich den Quarzwerken, insbesondere Frau Franzheim und Frau Cremer-Lober für ihre Begleitung und tatkräftige Unterstützung bei dem Projekt!!

Herrn Tobias Riegel möchten wir ebenfalls ein ganz herzliches Dankeschön aussprechen. Er hat uns während des gesamten Projektes begleitet und stand als Reiseführer mit Rat, Tat und vielen lebendigen Wandergeschichten zur Seite.

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